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Volksinitiative für Südbahn

Parteien im Landtag begrüßen Ankündigung der Bl „ProSchiene“

Die von der Bürgerinitiative „Pro Schiene“ (jetzt Südbahn MV) angestrebte Volksinitiative zum Erhalt der Südbahn findet bei der Opposition im Schweriner Landtag Unterstützung. Eine solches Bürgervotum sei „die gerechtfertigte Antwort auf die abweisende Verkehrspolitik der Landesregierung“, erklärte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr gestern. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) unterschätze die Bedeutung der Südbahn für die Region und das Engagement der Bürger für deren Erhalt. Die seit Mai zwischen Parchim und Malchow eingesetzten Busse könnten nur ein unzureichender Ersatz für das bisherige Bahnangebot sein. „Wenn jetzt weitere Streckenabschnitte der Südbahn abbestellt werden sol-len, ist es nur konsequent, dass der Widerstand wächst“, so Suhr.

„Meine Fraktion unterstützt das Engagement der Menschen, die nicht zulassen wollen, dass der ländliche Raum aufs Abstellgleis geschoben wird“, betonte auch Mignon Schwenke von der Linksfraktion. Die Südbahn in Gänze sei für die Bewohner der Region wichtig. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland. Wenn wir die Sicherung von Mobilität als Daseinsvorsorge begreifen, ist ein Umdenken in der Verkehrspolitik unabdingbar“, betonte sie.

Wie Clemens Russell von der Bürgerinitiative für den Erhalt der Südbahn sagte, steht eine endgültige Entscheidung noch aus. Vieles spreche aber dafür, dass Anfang 2016 die Volksinitiative gestartet wird. „140 000 Menschen leben entlang der Strecke und wissen, wie wichtig die Bahn ist. Da müssten wir die notwendigen 15000 Unterschriften zusammenbekommen, damit sich auch die Landespolitik wieder mit dem Thema befasst. Was wir von SPD und CDU bisher erlebt haben, waren nur faule Ausreden und Trickserei“, beklagte Russell.

Das Verkehrsministerium hatte die rund 40 Kilometer lange Strecke wegen mangelnder Auslastung für den Personennahverkehr abgemeldet. Die Züge werden durch Busse ersetzt, was jährlich rund drei Millionen Euro spare. Private Bahnbetreiber waren im April mit dem Versuch gescheitert, die Strecke zu erhalten.

geschrieben am 29.10.2015 in SVZ